Hinweis vor dem Meeting: Wie Ihr in Google Meet Regeln für Aufnahmen und Gemini-Notizen sichtbar macht
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Seit 2. November 2026 können Admins in Google Meet einen eigenen Hinweis festlegen, der vor dem Beitritt erscheint, auf Wunsch nur bei Aufzeichnung, Transkript oder KI-Notizen. Was die Einstellung kann, was sie nicht ersetzt und wie Du sie in vier Schritten einführst.
Viele Betriebe nutzen in Google Meet inzwischen Aufzeichnung, Transkript oder die Gemini-Funktion „Mach Notizen für mich“. Die Frage, wer davon wissen muss und wo die Regeln dazu stehen, bleibt oft offen. Genau hier setzt eine neue Einstellung an: Admins können jetzt einen eigenen Hinweis festlegen, der Teilnehmenden im Vorschaubildschirm von Meet angezeigt wird, also bevor sie dem Meeting beitreten. Google hat die Funktion am 3. November 2026 im Workspace-Updates-Blog angekündigt, die Einführung hat am 2. November 2026 begonnen.
In diesem Beitrag zeigen wir, was die Einstellung kann, was sie nicht kann und wie Du sie in einem mittelständischen Betrieb sinnvoll einführst, zusammen mit Regeln, die Dein Team auch versteht.
Was genau neu ist
Laut Ankündigung und der Hilfeseite für Admins funktioniert die Einstellung so:
- Der Hinweis wird im Vorschaubildschirm angezeigt, bevor jemand dem Meeting beitritt.
- Der Text darf bis zu 1.000 Zeichen lang sein, als reiner Text. Optional kannst Du einen Link ergänzen, zum Beispiel auf Eure interne Richtlinie.
- Du entscheidest, ob der Hinweis immer erscheint oder nur dann, wenn aufgezeichnet, transkribiert oder mit KI mitgeschrieben wird.
- Die Einstellung ist standardmäßig aus und lässt sich pro Organisationseinheit festlegen, also zum Beispiel erst für die Geschäftsführung und später für alle.
- Externe Gäste sehen den Hinweis der Organisation, die das Meeting veranstaltet.
Du findest die Einstellung in der Admin-Konsole unter Apps, Google Workspace, Google Meet, Sicherheitseinstellungen für Meet, im Bereich zu Offenlegung und Datenschutz. Laut Google kann die vollständige Einführung länger als 15 Tage dauern. Wenn die Option bei Dir noch fehlt, ist das also normal.
Welche Versionen die Funktion bekommen
Die Ankündigung nennt Business Standard und Business Plus, Enterprise Standard und Enterprise Plus, Education Fundamentals, Standard und Plus, Frontline Plus sowie Google AI Pro for Education. Business Starter ist nicht dabei. Viele kleine Betriebe starten genau mit dieser Version. Wer dort Meetings aufzeichnen oder mit Gemini mitschreiben will, braucht ohnehin meist eine höhere Version. Ein guter Moment also, die Lizenzen einmal zu prüfen.
Was der Hinweis nicht ersetzt
Ein Hinweis informiert, er holt keine Zustimmung ein. In der Beschreibung der neuen Funktion steht nichts davon, dass eine Zustimmung erfasst oder gespeichert wird. Für eine ausdrückliche Einwilligung gibt es in Meet eine eigene Einstellung: Laut Google-Hilfe zu „Mach Notizen für mich“ können Admins festlegen, dass für Notizen, Aufzeichnung und Transkription eine ausdrückliche Einwilligung eingeholt wird. Diese Einstellung ist standardmäßig deaktiviert.
Auch die rechtliche Seite klärt der Hinweis nicht von allein. Die DSGVO verlangt in Artikel 13, dass Betroffene bei der Erhebung ihrer Daten informiert werden. Gibt es einen Betriebsrat, ist bei technischen Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung überwachen können, die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG zu beachten. Der neue Hinweis hilft bei der Information. Welche Regeln für Euren Betrieb gelten, klärst Du am besten mit Datenschutzbeauftragten oder rechtlicher Beratung. Wir beraten technisch, nicht rechtlich.
Erst die Regeln, dann der Hinweis
Ein Hinweis ist nur so gut wie die Regeln, auf die er verweist. Bevor Du den Text in der Admin-Konsole einträgst, sollten fünf Fragen beantwortet sein:
- Wann wird aufgezeichnet oder mitgeschrieben? Zum Beispiel bei Projektbesprechungen und Schulungen ja, bei Personalgesprächen nie.
- Wer darf es starten? Laut Google-Hilfe können bei aktivierten Steuerelementen für Organisatoren nur Organisatoren und Co-Organisatoren die Notizen starten und beenden.
- Wo landen die Ergebnisse? Die Notizen werden als Google-Dokument im Drive-Ordner „Google Meet“ der Person gespeichert, die das Meeting organisiert hat.
- Wer bekommt sie? Die Freigabe richtet sich nach den Einstellungen der Organisatorin oder des Organisators. Für externe Gäste solltest Du das bewusst festlegen.
- Wie lange bleiben sie? Für Notizendokumente gelten laut Google die Aufbewahrungsrichtlinien für Meet, die Eure Organisation konfiguriert hat. Wie das mit Google Vault zusammenspielt, beschreiben wir im Beitrag zu Gemini-Unterhaltungen in Google Vault.
Die Antworten passen auf eine Seite. Lege sie als Google-Dokument ab, gib es für alle im Unternehmen frei und verlinke es im Hinweis.
Zwei Beispieltexte
Ein Text für die Variante „nur bei Aufzeichnung, Transkription oder KI-Notizen“ könnte so lauten:
Dieses Meeting wird aufgezeichnet, transkribiert oder mit KI-Notizen dokumentiert. Die Ergebnisse speichern wir in unserem Google Workspace und geben sie nur an Eingeladene weiter. Wenn Du nicht einverstanden bist, sag es bitte zu Beginn. Unsere Regeln findest Du über den Link.
Ein Text für die Variante „immer anzeigen“ könnte so lauten:
Willkommen. In unseren Meetings können Aufzeichnung, Transkript oder KI-Notizen eingeschaltet werden. Das kündigen wir zu Beginn an. Bitte teile in Meetings keine Gesundheitsdaten oder Passwörter. Unsere Regeln findest Du über den Link.
Beide Texte sind Vorschläge, kein Rechtstext. Passe Anrede, Speicherort und Ansprechpartner an Euren Betrieb an.
Einführung in vier Schritten
- Bestand prüfen: Welche Lizenz habt Ihr, wer nutzt heute Aufzeichnung, Transkript und Gemini-Notizen, und wer darf es überhaupt?
- Regeln schreiben: Die fünf Fragen von oben auf einer Seite beantworten, bei Bedarf mit Betriebsrat und Datenschutz abstimmen.
- Pilot: Den Hinweis zuerst für eine Organisationseinheit aktivieren, zum Beispiel für die Geschäftsführung oder ein Projektteam. Zwei Wochen testen, auch mit externen Gästen.
- Ausrollen: Für alle aktivieren, kurz im Team erklären und die Regeln einmal im Jahr prüfen.
Wie das zu Euren Meetings passt
Der Hinweis ist ein Baustein in einer ganzen Kette rund um Besprechungen. Wie Ihr Agenda, Notizen und Aufgaben sauber zusammenführt, zeigen wir in Meeting-Artefakte in Google Workspace. Wie Zusammenfassungen und Aufgaben direkt in Google Chat landen, beschreibt Meeting-Recaps in Google Chat. Und wenn Ihr mit internationalen Partnern sprecht, lohnt ein Blick auf die Sprachübersetzung in Google Meet. Wie Gemini-Notizen bei Besprechungen vor Ort in der Halle oder auf der Baustelle funktionieren, zeigen wir am Beispiel von Betrieben in Lindlar.
Wie Deschalet unterstützt
Als zertifizierter Google Cloud Partner richten wir Google Workspace für Betriebe im Mittelstand ein und betreuen es laufend. Dazu gehören Lizenzen, Meet-Einstellungen, Aufbewahrung und die passenden Regeln für Euer Team. Mehr dazu auf unserer Seite zu Google Workspace. Wenn Du KI im Betrieb insgesamt auf feste Füße stellen willst, hilft Dir unser AI-Readiness-Check.
Fazit
Der neue Hinweis in Google Meet ist eine kleine Einstellung mit großer Wirkung: Alle sehen vor dem Beitritt, was im Meeting passiert und wo die Regeln stehen. Er ersetzt aber weder klare Regeln noch eine Einwilligung, wo sie nötig ist. Wenn Du Hinweis, Regeln und Einstellungen in einem Rutsch sauber aufsetzen willst, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.